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Weiße Dächer und lange Mauern

At Kanazawa Castle, Polly walks ramparts built by the richest lords in Japan and finds roofs tiled in lead, weathered to a chalky white, that legend says could be melted into ammunition.

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Weiße Dächer und lange Mauern

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Oben auf dem Hügel öffnet sich das Burggelände zu etwas, das eher einem ummauerten Plateau gleicht als einer Festung. Lange steinerne Wälle ziehen sich über Hunderte von Schritten an einem trockenen Graben entlang, niedrig und breit statt hoch, und tragen eine flache grüne Ebene, auf der einst der Hauptturm stand. Polly lief die Krone einer Mauer von einem Ende zum anderen ab, ohne auf ein einziges Hindernis zu stoßen.

Die Dächer hier sind weiß, und das ist das Erste, was jeder bemerkt, und das Letzte, was jemand erwartet. Sie sind ni...

Die Dächer hier sind weiß, und das ist das Erste, was jeder bemerkt, und das Letzte, was jemand erwartet. Sie sind nicht gestrichen, und sie sind nicht aus Keramik. Die Ziegel bestehen aus Blei, gelegt auf einen hölzernen Rahmen, und Blei verwittert zu einem weichen, kreidigen Grau, das vor dem Himmel wie Weiß wirkt. Vor Ort erzählt man, in einer Belagerung habe man das Dach abdecken und zu Munition einschmelzen können.

Die Mauern selbst sind ein Museum der Steinmetzkunst. Auf einem Abschnitt sind die Steine rau und unregelmäßig, nach ...

Die Mauern selbst sind ein Museum der Steinmetzkunst. Auf einem Abschnitt sind die Steine rau und unregelmäßig, nach Augenmaß gefügt. Auf einem anderen sind sie quadratisch geschnitten und so eng gesetzt, dass keine Klinge dazwischenpasst. Andernorts ordneten die Steinmetze lange flache Steine zu einem bewussten Muster, so wie Verszeilen über verziertes Papier geschrieben werden, denn die Maeda herrschten nach den Ländereien des Shogun über die reichste Domäne des Landes und konnten sich Zierrat leisten, wo andere nur Verteidigung bezahlen konnten.

Die Burg brannte über vier Jahrhunderte mehr als einmal, und das meiste, was heute steht, wurde nach alten Zeichnunge...

Die Burg brannte über vier Jahrhunderte mehr als einmal, und das meiste, was heute steht, wurde nach alten Zeichnungen wieder aufgebaut, ohne Nägel verzapft. Das Ishikawa-Tor ist die Ausnahme, wieder errichtet siebzehnhundertachtundachtzig und seither unverändert. Polly saß auf seinem blassen Dach, während sich der Rasen darunter für den Abend leerte.

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